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Nordflügel Rathaus Rostock: Ein Henselmann-Baukörper erreicht die nächste Runde
von Maik Buttler | 03.02.2012
Rathausanbau Rostock
Städtebauliche Rahmenbedingungen
1270 begonnen und mehrfach erweitert, ist das Rathaus der Hansestadt Rostock direkt am Neuen Markt seit Beginn Sitz der Stadtverwaltung. Die historischen Bauphasen von der Gotik über den Barock bis heute bleiben in ihrem Charakter durch Materialien, Proportionen und Farbwahl ablesbar. Der große Nordflügel aus dem Jahr 1951 von Herrmann Henselmann, ursprünglich als schlichter Verbindungsbau zu einer nie realisierten Großbebauung konzipiert, wurde für die Verwaltung, Ämter und politische Fraktionen grundsätzlich umgebaut und ergänzt. Die unmittelbare Anbindung an das gotisch-barocke denkmalgeschützte Hauptgebäude war Anlass, den Rathausnordflügel äußerst zurückhaltend und sensibel auszubilden und eine architektonische Verbindungszone neu zu formulieren, aber auch der Abschluss des Ensembles nach Norden wurde durch einen neuen Baukörper als vertikaler Erschließungskörper neu formuliert. Die Freiflächengestaltung zum Neuen Markt erfolgte separat im Zuge der Umgestaltung des Neuen Marktes.

Architektur
Ziel des Bauherrn, der Hansestadt Rostock, und der Denkmalpflege bei dem Umbau des Rathausnordflügels war die Erhaltung, Wiederverwertung und Wiedererkennbarkeit des historischen Ursprungsgebäudes der 50er Jahre und die moderne funktionelle sowie gestalterische Ergänzung bzw. der Austausch von Gebäudeteilen. Dieses Konzept der Ablesbarkeit von Bestand und Ergänzung wurde durch die Architekten erarbeitet und im Detail konsequent verfolgt bis zur Fertigstellung.

Folgende Schwerpunkte des Umbaus wurden gebildet
  • Das neue gläserne Treppenhaus auf der Nordseite bildet vorerst den baulichen Abschluss und dient, zusammen mit dem neu eingefügten Treppenhaus im Verbindungsstück, der Erschließung.
  • Deutlich verändert präsentiert sich das Erdgeschoss: Transparent zum Neuen Markt geöffnet, bindet die zukünftige Nutzungsmischung aus Läden und multifunktionellen Besprechungsräumen das Rathaus in das öffentliche Leben ein, vergleichbar der mittelalterlichen Nutzung als Kaufhaus, in dem Händler ihre Waren feilboten. Zur Zeit werden die Räume noch als Büroräume genutzt. Um die Öffnung zum Markt zu erreichen, wurden weite Teile der EG-Flächen auf das Erdgeschoss abgesenkt, in der Fassade die zugemauerten Brüstungen entfernt und mit drei vorgelagerten Glasvorbauten eine barrierefreie transparente Öffnung zum Markt erreicht.
  • Über dem zweiten Obergeschoss wurde ein völlig neues Dach errichtet, in dem eine intensive, zweigeschossige Büronutzung untergebracht ist. Das untere Dachgeschoss in der Art eines Mezzanins ist gegenüber der vorhandenen Fassade etwas zurückgesetzt. Die Forderungen der Denkmalpflege sahen zum Marktplatz eine ruhige, ungestörte und geschlossene Dachfläche vor, zurückhaltend in der Farbgebung gegenüber dem historischen Kontext des Rathauses. Im oberen Dachgeschoss sind die Büroräume - hier einhüftig zur Rückseite - angeordnet und über Dachflächenfenster belichtet.

Die Fassadengliederung des Baukörpers von 1951 in drei Abschnitte wurde durch Glasanbauten im Erdgeschoss betont und in der Dachfläche in "Schattenfugen" wieder aufgenommen. Schmale Rinnen in den Dachflächen, etwa in der Breite eines Dachsteins und mit Titanzink ausgekleidet, verlaufen vom First zur Traufe und nehmen die dreiteilige Gliederung auch im Dach auf.

Dieser Gebäudeteil des Rathauses nimmt eine Großzahl von Stadt-Ämtern und politischen Fraktionen der Bürgerschaft mit umfangreichen Bürgerkontakten auf.

Arbeitsgemeinschaft mit dem Rostocker Architekturbüro Jastram.

Veröffentlichungen und Literatur zu diesem Thema
Auszeichnung Architekturpreis Lafarge Dachsysteme - Gut bedacht 2003

Anerkennungen BDA Preis M-V 2007
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18055 rostock

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